Super Connie auf Intensivstation

Der Oldie-Airliner Super Constellation ist derzeit im Hangar in Kloten quasi auf der Intensivstation. Nach aufwändigen Reparaturen soll die Viermotorige 2018 aber wieder abheben

  • Fotos: Uwe Stohrer
  • Text: Jürgen Schelling

Zürich. Der blitzsaubere Hangar der Airline Swiss am Flughafen Kloten hat etwas von einem überdimensionierten OP-Saal. Aber im übertragenen Sinne sind hier ja auch Patienten mit mehr oder weniger schweren Schäden zu finden, die kuriert werden müssen. Einer der ernsten Fälle ist die Lockheed Super Constellation. Der 1955 gebaute viermotorige Propeller-Airliner fliegt seit 2004 für die eidgenössische Super Constellation Flyers Association SCFA unter dem passenden Namen “Star of Switzerland”.
Und ein Star ist sie: Überall wo sie landet, wird die von allen nur kurz “Super Connie” genannte Maschine umlagert und bewundert. Schliesslich gilt sie bis heute wegen ihrer eleganten Silhouette und des markanten Dreifach-Seitenleitwerks als eines der attraktivsten Flugzeuge der Welt. Aber wie viele Schönheiten ist die Super Connie auch eine Diva. Trotz guter Pflege geht an der 62 Jahre alten Maschine gern etwas kaputt oder korrodiert, was nur mit grössten Mühen, viel Engagement und noch mehr Geld wieder zu kurieren ist.
Die SCFA-Verantwortlichen und ihre Mitglieder sind bereits leiderprobt. Denn dass am Flugzeug-Klassiker immer wieder ausserplanmässige Defekte vorkommen ist zwar völlig normal. 2017 führten aber gleich zwei heftige Vorkommnisse dazu, dass die Super Conie ihre diesjährige Flugsaison komplett ausfallen lassen musste. Und diesmal war es richtig ernst. So gerieten bei Roll- und Vibrationstests von neuen Radfelgen in Kloten zwei Bremsen in Brand. Hierbei entstanden Schäden an Reifen und Bremsleitungen. Es kam noch schlimmer. Im Rahmen der Wartungsarbeiten stellten Techniker fest, dass an den Landeklappen 24 Anlenkungstangen korrodiert sind. Weltweit sind diese nirgends mehr als Ersatzteil zu bekommen. Das bedeutete, sie nach Originalplänen neu anzufertigen. Dies ist heikel, denn vor mehr als 60 Jahren wurden teilweise Verfahren verwendet, die es heute nicht mehr gibt. Ausserdem müssen die Neuanfertigungen zugelassen werden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BaZL) schaute sich die neuen Teile erst genau an. Nun durften diese in der Tragfläche montiert werden. Anschliessend wurde auch der korrekte Einbau vom BaZL zertifiziert. Das Ganze ist ziemlich kostspielig.

Die Arbeiten an den Landeklappen sowie Reparaturen an Bremsen und Fahrwerk fanden und finden derzeit am Hangarplatz in Kloten statt, der für sechs Monate von der Swiss gemietet ist. Deshalb sind viele Verkleidungsbleche und Deckel abgenommen, die sonst einen Blick auf die Struktur der Connie verhindern. So können ein Dutzend Techniker an die von Korrosion betroffenen Stellen herankommen. Im Cockpit sind die Sitze und Böden ausgebaut, um die darunterliegenden Ruderanlenkungen sowie deren Seilzüge für das Seiten-, Quer- und Höhenruder überprüfen zu können. Auch einer der vier je 3250 PS starken Sternmotoren ist zu Wartungszwecken abgenommen. Er wird im Frühjahr wieder montiert.
Dass sich die vielen tausend Arbeitsstunden und das leidenschaftliche Engagement der SCFA-Mitglieder für ihre Maschine lohnen, wird klar, wenn man weiss, wie extrem selten ein fliegendes Exemplar ist: Weltweit gibt es heute ausser der “Star of Switzerland” nur noch eine weitere fliegende Super Connie. Die ist allerdings in Australien stationiert und darf auch keine Passagiere mitnehmen. Dass bis zu zwei Millionen Franken für die Reparaturen notwendig sind, stellt die SCFA allerdings vor eine Herkulesaufgabe. Zum Jahresende 2017 sind rund 1,1 Millionen Franken vorhanden. Eine Spendenaktion und Benefizveranstaltungen sollen das noch fehlende Geld in die Kasse bringen.
Klappt alles mit den Reparaturen und stimmt das BaZL ihrer Flugtauglichkeit zu, könnte die Viermotorige Ende April oder Anfang Mai 2018 wieder in Kloten abheben. Dann wird sie im Sommer voraussichtlich zu mehreren Airshows im In- und Ausland starten.

Zürich. Der blitzsaubere Hangar der Airline Swiss am Flughafen Kloten hat etwas von einem überdimensionierten OP-Saal. Aber im übertragenen Sinne sind hier ja auch Patienten mit mehr oder weniger schweren Schäden zu finden, die kuriert werden müssen. Einer der ernsten Fälle ist die Lockheed Super Constellation. Der 1955 gebaute viermotorige Propeller-Airliner fliegt seit 2004 für die eidgenössische Super Constellation Flyers Association SCFA unter dem passenden Namen “Star of Switzerland”.
Und ein Star ist sie: Überall wo sie landet, wird die von allen nur kurz “Super Connie” genannte Maschine umlagert und bewundert. Schliesslich gilt sie bis heute wegen ihrer eleganten Silhouette und des markanten Dreifach-Seitenleitwerks als eines der attraktivsten Flugzeuge der Welt. Aber wie viele Schönheiten ist die Super Connie auch eine Diva. Trotz guter Pflege geht an der 62 Jahre alten Maschine gern etwas kaputt oder korrodiert, was nur mit grössten Mühen, viel Engagement und noch mehr Geld wieder zu kurieren ist.
Die SCFA-Verantwortlichen und ihre Mitglieder sind bereits leiderprobt. Denn dass am Flugzeug-Klassiker immer wieder ausserplanmässige Defekte vorkommen ist zwar völlig normal. 2017 führten aber gleich zwei heftige Vorkommnisse dazu, dass die Super Conie ihre diesjährige Flugsaison komplett ausfallen lassen musste. Und diesmal war es richtig ernst. So gerieten bei Roll- und Vibrationstests von neuen Radfelgen in Kloten zwei Bremsen in Brand. Hierbei entstanden Schäden an Reifen und Bremsleitungen. Es kam noch schlimmer. Im Rahmen der Wartungsarbeiten stellten Techniker fest, dass an den Landeklappen 24 Anlenkungstangen korrodiert sind. Weltweit sind diese nirgends mehr als Ersatzteil zu bekommen. Das bedeutete, sie nach Originalplänen neu anzufertigen. Dies ist heikel, denn vor mehr als 60 Jahren wurden teilweise Verfahren verwendet, die es heute nicht mehr gibt. Ausserdem müssen die Neuanfertigungen zugelassen werden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BaZL) schaute sich die neuen Teile erst genau an. Nun durften diese in der Tragfläche montiert werden. Anschliessend wurde auch der korrekte Einbau vom BaZL zertifiziert. Das Ganze ist ziemlich kostspielig.
Die Arbeiten an den Landeklappen sowie Reparaturen an Bremsen und Fahrwerk fanden und finden derzeit am Hangarplatz in Kloten statt, der für sechs Monate von der Swiss gemietet ist. Deshalb sind viele Verkleidungsbleche und Deckel abgenommen, die sonst einen Blick auf die Struktur der Connie verhindern. So können ein Dutzend Techniker an die von Korrosion betroffenen Stellen herankommen. Im Cockpit sind die Sitze und Böden ausgebaut, um die darunterliegenden Ruderanlenkungen sowie deren Seilzüge für das Seiten-, Quer- und Höhenruder überprüfen zu können. Auch einer der vier je 3250 PS starken Sternmotoren ist zu Wartungszwecken abgenommen. Er wird im Frühjahr wieder montiert.
Dass sich die vielen tausend Arbeitsstunden und das leidenschaftliche Engagement der SCFA-Mitglieder für ihre Maschine lohnen, wird klar, wenn man weiss, wie extrem selten ein fliegendes Exemplar ist: Weltweit gibt es heute ausser der “Star of Switzerland” nur noch eine weitere fliegende Super Connie. Die ist allerdings in Australien stationiert und darf auch keine Passagiere mitnehmen. Dass bis zu zwei Millionen Franken für die Reparaturen notwendig sind, stellt die SCFA allerdings vor eine Herkulesaufgabe. Zum Jahresende 2017 sind rund 1,1 Millionen Franken vorhanden. Eine Spendenaktion und Benefizveranstaltungen sollen das noch fehlende Geld in die Kasse bringen.
Klappt alles mit den Reparaturen und stimmt das BaZL ihrer Flugtauglichkeit zu, könnte die Viermotorige Ende April oder Anfang Mai 2018 wieder in Kloten abheben. Dann wird sie im Sommer voraussichtlich zu mehreren Airshows im In- und Ausland starten.

 
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