Bodensee-Zeppelin auf Gastspiel in Prag

Ein Zeppelin ist langsam und behäbig. Und doch versetzt er die Sinne seiner Passagiere in Verzückung – wie auf einem Überführungsflug ins tschechische Prag.

  • Fotos: Uwe Stohrer
  • Text: Jürgen Schelling

An diesem Maitag ist am Hangar des Flugplatzes Friedrichshafen bereits frühmorgens eifrige Geschäftigkeit zu erleben. Denn heute steht keiner der üblichen Rundflüge an, sondern ein ungewöhnlicher Überführungsflug nach Prag. Dort soll einer der beiden Bodensee-Zeppeline mehrere Tage lang für die tschechische Niederlassung der Baumaschinenfirma Zeppelin-Cat Werbeflüge über der Hauptstadt absolvieren und ausgesuchte Gäste oder Mitarbeiter des Unternehmens auf Rundflügen mitnehmen.

Für eine Handvoll Reisende geht es deshalb per Kleinbus zu dem auf der Wiese am mobilen Ankermast angedockten Zeppelin NT, wobei das NT für Neue Technologie steht. Die geplante Flugroute soll via Nordbayern über die tschechische Grenze nahezu auf direktem Weg nach Prag führen. Lediglich rings um militärisch genutzte Lufträume sind kleinere Umwege zu erwarten. Das Wetter hatte allerdings zunächst einen Strich durch die Flugplanung gemacht. Zu hohe Windgeschwindigkeiten entweder in Friedrichshafen oder Prag und drohende Gewitter auf der vorgesehenen Route verzögern den Start um volle zwei Tage. Aber starke Böen mag ein fast 80 Meter langer Zeppelin gar nicht. Und Flexibilität gehört bei dieser Art des Fliegens eben mit dazu.

Die Gäste sind jedenfalls voller Erwartung. Denn dieser Flug hat viel mit Sehnsucht zu tun, mit Fliegerromantik und Nostalgie. Im Zeppelin zu reisen ist weder schnell noch preiswert. Aber diese Form des Lufttransports versetzt den Passagier auf eine Zeitreise in eine Ära, als Fliegen noch Abenteuer und aussergewöhnliches Privileg war. Und deshalb leuchten die Augen der Mitflieger bereits, nachdem sie sich hingesetzt haben. Alle sind gespannt auf das, was kommt.

Nach dem Warmlaufen der Motoren gibt Pilot Fritz Günther jetzt der Bodencrew das Zeichen zum Abheben. Er schiebt die Gashebel nach vorn, und die drei Propellertriebwerke werden laut. Nun folgt das Ungewöhnliche beim Start: Es drückt die Passagiere nicht in den Sitz wie im Airliner noch wackelt es wie im Hubschrauber. Zügig steigt das Luftschiff gen Himmel. Alles wirkt ein bisschen wie in Zeitlupe verzögert. Es ist so etwas wie die wiedergewonnene Faszination der Langsamkeit. Zeppelinfliegen ist eine höchst geruhsame, aber dafür bezaubernde Art des Luftreisens. Die Sicht aus den großen Fenstern ist phantastisch. Passagiere müssen während des Flugs nicht angeschnallt sein und anders als etwa beim Ballonfahren kann man im Zeppelin sein Reiseziel vorher festlegen und erreicht es auch.

Bereits nach wenigen Minuten ist die Reiseflughöhe erreicht. Alle Fluggäste betrachten fasziniert die nahe der Route liegenden Gemeinden in Schwaben und Oberbayern. In der Ferne sind hinter einigen Wolken die Gipfel der Allgäuer Alpen zu erahnen. Mit etwa 65 km/h fliegt der Zeppelin nun auf Nordostkurs. Später geht es westlich an München vorbei Richtung Oberpfalz. Viele Menschen am Boden schauen hoch zum Luftschiff und winken sogar. Denn die in nur 300 Metern über Grund fliegende Zigarre ist überall, wo sie auftaucht, ein ungeheurer Sympathieträger. Das unterscheidet sie von vielen anderen Luftfahrzeugen, die von Bewohnern am Boden sonst nicht so gern gesehen und vor allem gehört werden.

Namensgeber Ferdinand Graf von Zeppelin entwickelte die Giganten am Himmel gegen starke Widerstände und massive Rückschläge am Bodensee. 1917 starb der Luftfahrt-Pionier, der als Erfinder des Starr-Luftschiffs mit einem festem Innenskelett aus Aluminium gilt. Die nach seinem Tod entwickelten Luftschiffe erreichten in ihrer Blütezeit riesige Ausmaße: Die beiden Größten, der 1936 in Dienst gestellte LZ 129 “Hindenburg” und sein Schwesterschiff LZ 130 “Graf Zeppelin II”, hatten eine Länge von fast 245 Metern und einen Gasinhalt von etwa 190.000 Kubikmetern. Der LZ 129 begann vor 80 Jahren, am 4. März 1936, seine Erprobung mit dem Erstflug, der von Friedrichshafen nach Meersburg und zurück führte.

Er bot damals unvergleichlichen Komfort an Bord. Ein luxuriöses zweigeschossiges Passagierdeck mit Schlafkabinen für bis zu 72 Gäste und einem eigens aus Aluminium konstruierten Klavier zur musikalischen Unterhaltung, mehrere Mannschaftsquartiere für bis zu 60 Crewmitglieder, moderne Motoren sowie das hochstabile Innenskelett machten die Hindenburg zu einem Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die “Hindenburg” transportierte auf 63 Reisen, darunter acht Flügen nach Süd- und elf nach Nordamerika, mehr als 3000 zahlende Passagiere und insgesamt mehr als 7000 Personen. Das tragische Ende des fliegenden Riesen am 6. Mai 1937 im US-amerikanischen Lakehurst bei New York ist bis heute unvergessen, auch wegen der dramatischen Filmaufnahmen und einer bewegenden Live-Radioreportage während des Unglücks. Denn kurz vor der geplanten Landung schiessen urplötzlich Flammen aus dem Heck des Luftschiffs. Es fängt an zu brennen und stürzt ab. 13 Passagiere, 22 Mitglieder der Crew und ein Mann des Bodenpersonals sterben, Dutzende weitere an Bord überleben wie durch ein Wunder. Damals ist die “Hindenburg” mit dem preiswerten, aber feuerentzündlichen Gas Wasserstoff gefüllt, weil die Amerikaner als Exklusivlieferant die Ausfuhr von Helium untersagten. Heute fliegen alle Zeppeline NT mit unbrennbarem Helium. Dieser Hinweis beruhigt auch manche Passagiere, bevor sie an Bord gehen.

Gut 60 Jahre nach diesem Unglück gibt es aber wieder einen echten Zeppelin am Himmel über dem Bodensee zu sehen. Im Herbst 1997 startet der erste Zeppelin NT seine Flugerprobung. Zwar sind auch seit den 1960er Jahren öfter Luftschiffe am Himmel über Deutschland zu sehen, aber sie sind keine Zeppeline. Denn nur dieser hat ein festes Innengerüst aus Aluminum, an dem die Motoren und die Gondel befestigt sind. Alle anderen Luftschiffe sind sogenannte Blimps, also Pralluftschiffe. Bei ihnen gibt es kein stabilisierendes Innengerüst, sie erhalten ihre Form und Stabilität allein durch ihre Aussenhaut. Deshalb sind bei ihnen die Motoren auch nie direkt an der Hülle befestigt, sondern immer an der Gondel unten am Rumpf des Blimps. Diese Pralluftschiffe sind weniger wendig als ein Zeppelin NT und benötigen deshalb auch eine viel größere Bodenmannschaft, die den Blimp bei der Landung hält und stabilisiert. Mittlerweile gibt es sogar eine kleine Renaissance für die Zeppeline vom Bodensee. Zwei von ihnen fliegen bereits in den USA, ein Dritter noch soll dieses Jahr folgen.

Das langsame Fliegen in geringer Höhe und mit phantastischer Sicht durch die vollverglaste Kabine fasziniert die Menschen. Es weckt zudem ein nostalgisches Gefühl. Von der einst streng gesicherten Grenze zu Tschechien ist beim Überflug in Nordbayern östlich Regensburg heute nichts mehr zu erkennen. Nur die Landschaft ist nun weniger dicht besiedelt und  die Dörfer wirken deutlich kleiner. Über den Westen des Landes geht es gemütlich nun Richtung Hauptstadt. Mittlerweile hat auch die zweite Pilotin an Bord, Kate Board, das Steuer übernommen und dirigiert das Luftschiff Richtung Nordosten. Der Moldau entlang schwebt der Zeppelin am Freitagnachmittag langsam über die Hauptstadt. Drei Kreise tief über die Altstadt, die Prager Burg, Wenzelsplatz und Karlsbrücke folgen. Hunderte Passanten am Boden zeigen begeistert in Richtung Zeppelin, winken nach oben oder zücken die Handys. Nach rund siebenstündigem Flug geht die Crew nun am kleinen Flugplatz Letnany im Nordosten der tschechischen Hauptstadt in den Landeanflug. Hier hat der Wind etwas aufgefrischt, aber er ist nicht so stark, dass das Landemanöver gefährdet wäre.

Die Geschwindigkeit wird nun reduziert und die drei Propeller der Steuerung werden in eine andere Position gebracht, um das zielgenaue Sinken zu ermöglichen. Auch das monotone Motorengeräusch ändert sich nun wieder. Alle an Bord beobachten gespannt, wie das Luftschiff nun sanft auf einer Wiese des kleinen Flugplatzes aufsetzt. Die bereits wartende Bodenmannschaft dockt es jetzt an einem eigens vom Bodensee hergefahrenen Lastwagen und dessen kräftigen Ankermast an. Am Himmel über Prag ist der Zeppelin NT allerdings kein Unbekannter. Bereits 2004 war er schon einmal zu Gast. Damals warb er über der Metropole für einen bayerischen Autohersteller.

Beim Aussteigen heißt es noch einmal aufpassen. Die Passagiere gehen nacheinander mit kleinen Pausen aus der Kabine, während gleichzeitig Helfer entsprechenden Bleiballast unten im Rumpf anbringen, um den Zeppelin nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Denn trotz seiner enormen Größe wiegt er durch seine Heliumfüllung effektiv nur noch 400 Kilogramm.

Die Reisenden haben nun wieder festen Boden unter den Füßen. Eine bezaubernde Luftfahrt und gleichzeitig auch eine Zeitreise findet auf dem kleinen Prager Flugplatz ihren stilvollen Abschluss. Sie wird lange in Erinnerung bleiben.

An diesem Maitag ist am Hangar des Flugplatzes Friedrichshafen bereits frühmorgens eifrige Geschäftigkeit zu erleben. Denn heute steht keiner der üblichen Rundflüge an, sondern ein ungewöhnlicher Überführungsflug nach Prag. Dort soll einer der beiden Bodensee-Zeppeline mehrere Tage lang für die tschechische Niederlassung der Baumaschinenfirma Zeppelin-Cat Werbeflüge über der Hauptstadt absolvieren und ausgesuchte Gäste oder Mitarbeiter des Unternehmens auf Rundflügen mitnehmen.

Für eine Handvoll Reisende geht es deshalb per Kleinbus zu dem auf der Wiese am mobilen Ankermast angedockten Zeppelin NT, wobei das NT für Neue Technologie steht. Die geplante Flugroute soll via Nordbayern über die tschechische Grenze nahezu auf direktem Weg nach Prag führen. Lediglich rings um militärisch genutzte Lufträume sind kleinere Umwege zu erwarten. Das Wetter hatte allerdings zunächst einen Strich durch die Flugplanung gemacht. Zu hohe Windgeschwindigkeiten entweder in Friedrichshafen oder Prag und drohende Gewitter auf der vorgesehenen Route verzögern den Start um volle zwei Tage. Aber starke Böen mag ein fast 80 Meter langer Zeppelin gar nicht. Und Flexibilität gehört bei dieser Art des Fliegens eben mit dazu.

Die Gäste sind jedenfalls voller Erwartung. Denn dieser Flug hat viel mit Sehnsucht zu tun, mit Fliegerromantik und Nostalgie. Im Zeppelin zu reisen ist weder schnell noch preiswert. Aber diese Form des Lufttransports versetzt den Passagier auf eine Zeitreise in eine Ära, als Fliegen noch Abenteuer und aussergewöhnliches Privileg war. Und deshalb leuchten die Augen der Mitflieger bereits, nachdem sie sich hingesetzt haben. Alle sind gespannt auf das, was kommt.

Nach dem Warmlaufen der Motoren gibt Pilot Fritz Günther jetzt der Bodencrew das Zeichen zum Abheben. Er schiebt die Gashebel nach vorn, und die drei Propellertriebwerke werden laut. Nun folgt das Ungewöhnliche beim Start: Es drückt die Passagiere nicht in den Sitz wie im Airliner noch wackelt es wie im Hubschrauber. Zügig steigt das Luftschiff gen Himmel. Alles wirkt ein bisschen wie in Zeitlupe verzögert. Es ist so etwas wie die wiedergewonnene Faszination der Langsamkeit. Zeppelinfliegen ist eine höchst geruhsame, aber dafür bezaubernde Art des Luftreisens. Die Sicht aus den großen Fenstern ist phantastisch. Passagiere müssen während des Flugs nicht angeschnallt sein und anders als etwa beim Ballonfahren kann man im Zeppelin sein Reiseziel vorher festlegen und erreicht es auch.

Bereits nach wenigen Minuten ist die Reiseflughöhe erreicht. Alle Fluggäste betrachten fasziniert die nahe der Route liegenden Gemeinden in Schwaben und Oberbayern. In der Ferne sind hinter einigen Wolken die Gipfel der Allgäuer Alpen zu erahnen. Mit etwa 65 km/h fliegt der Zeppelin nun auf Nordostkurs. Später geht es westlich an München vorbei Richtung Oberpfalz. Viele Menschen am Boden schauen hoch zum Luftschiff und winken sogar. Denn die in nur 300 Metern über Grund fliegende Zigarre ist überall, wo sie auftaucht, ein ungeheurer Sympathieträger. Das unterscheidet sie von vielen anderen Luftfahrzeugen, die von Bewohnern am Boden sonst nicht so gern gesehen und vor allem gehört werden.

Namensgeber Ferdinand Graf von Zeppelin entwickelte die Giganten am Himmel gegen starke Widerstände und massive Rückschläge am Bodensee. 1917 starb der Luftfahrt-Pionier, der als Erfinder des Starr-Luftschiffs mit einem festem Innenskelett aus Aluminium gilt. Die nach seinem Tod entwickelten Luftschiffe erreichten in ihrer Blütezeit riesige Ausmaße: Die beiden Größten, der 1936 in Dienst gestellte LZ 129 “Hindenburg” und sein Schwesterschiff LZ 130 “Graf Zeppelin II”, hatten eine Länge von fast 245 Metern und einen Gasinhalt von etwa 190.000 Kubikmetern. Der LZ 129 begann vor 80 Jahren, am 4. März 1936, seine Erprobung mit dem Erstflug, der von Friedrichshafen nach Meersburg und zurück führte.

Er bot damals unvergleichlichen Komfort an Bord. Ein luxuriöses zweigeschossiges Passagierdeck mit Schlafkabinen für bis zu 72 Gäste und einem eigens aus Aluminium konstruierten Klavier zur musikalischen Unterhaltung, mehrere Mannschaftsquartiere für bis zu 60 Crewmitglieder, moderne Motoren sowie das hochstabile Innenskelett machten die Hindenburg zu einem Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die “Hindenburg” transportierte auf 63 Reisen, darunter acht Flügen nach Süd- und elf nach Nordamerika, mehr als 3000 zahlende Passagiere und insgesamt mehr als 7000 Personen. Das tragische Ende des fliegenden Riesen am 6. Mai 1937 im US-amerikanischen Lakehurst bei New York ist bis heute unvergessen, auch wegen der dramatischen Filmaufnahmen und einer bewegenden Live-Radioreportage während des Unglücks. Denn kurz vor der geplanten Landung schiessen urplötzlich Flammen aus dem Heck des Luftschiffs. Es fängt an zu brennen und stürzt ab. 13 Passagiere, 22 Mitglieder der Crew und ein Mann des Bodenpersonals sterben, Dutzende weitere an Bord überleben wie durch ein Wunder. Damals ist die “Hindenburg” mit dem preiswerten, aber feuerentzündlichen Gas Wasserstoff gefüllt, weil die Amerikaner als Exklusivlieferant die Ausfuhr von Helium untersagten. Heute fliegen alle Zeppeline NT mit unbrennbarem Helium. Dieser Hinweis beruhigt auch manche Passagiere, bevor sie an Bord gehen.

Gut 60 Jahre nach diesem Unglück gibt es aber wieder einen echten Zeppelin am Himmel über dem Bodensee zu sehen. Im Herbst 1997 startet der erste Zeppelin NT seine Flugerprobung. Zwar sind auch seit den 1960er Jahren öfter Luftschiffe am Himmel über Deutschland zu sehen, aber sie sind keine Zeppeline. Denn nur dieser hat ein festes Innengerüst aus Aluminum, an dem die Motoren und die Gondel befestigt sind. Alle anderen Luftschiffe sind sogenannte Blimps, also Pralluftschiffe. Bei ihnen gibt es kein stabilisierendes Innengerüst, sie erhalten ihre Form und Stabilität allein durch ihre Aussenhaut. Deshalb sind bei ihnen die Motoren auch nie direkt an der Hülle befestigt, sondern immer an der Gondel unten am Rumpf des Blimps. Diese Pralluftschiffe sind weniger wendig als ein Zeppelin NT und benötigen deshalb auch eine viel größere Bodenmannschaft, die den Blimp bei der Landung hält und stabilisiert. Mittlerweile gibt es sogar eine kleine Renaissance für die Zeppeline vom Bodensee. Zwei von ihnen fliegen bereits in den USA, ein Dritter noch soll dieses Jahr folgen.

Das langsame Fliegen in geringer Höhe und mit phantastischer Sicht durch die vollverglaste Kabine fasziniert die Menschen. Es weckt zudem ein nostalgisches Gefühl. Von der einst streng gesicherten Grenze zu Tschechien ist beim Überflug in Nordbayern östlich Regensburg heute nichts mehr zu erkennen. Nur die Landschaft ist nun weniger dicht besiedelt und  die Dörfer wirken deutlich kleiner. Über den Westen des Landes geht es gemütlich nun Richtung Hauptstadt. Mittlerweile hat auch die zweite Pilotin an Bord, Kate Board, das Steuer übernommen und dirigiert das Luftschiff Richtung Nordosten. Der Moldau entlang schwebt der Zeppelin am Freitagnachmittag langsam über die Hauptstadt. Drei Kreise tief über die Altstadt, die Prager Burg, Wenzelsplatz und Karlsbrücke folgen. Hunderte Passanten am Boden zeigen begeistert in Richtung Zeppelin, winken nach oben oder zücken die Handys. Nach rund siebenstündigem Flug geht die Crew nun am kleinen Flugplatz Letnany im Nordosten der tschechischen Hauptstadt in den Landeanflug. Hier hat der Wind etwas aufgefrischt, aber er ist nicht so stark, dass das Landemanöver gefährdet wäre.

Die Geschwindigkeit wird nun reduziert und die drei Propeller der Steuerung werden in eine andere Position gebracht, um das zielgenaue Sinken zu ermöglichen. Auch das monotone Motorengeräusch ändert sich nun wieder. Alle an Bord beobachten gespannt, wie das Luftschiff nun sanft auf einer Wiese des kleinen Flugplatzes aufsetzt. Die bereits wartende Bodenmannschaft dockt es jetzt an einem eigens vom Bodensee hergefahrenen Lastwagen und dessen kräftigen Ankermast an. Am Himmel über Prag ist der Zeppelin NT allerdings kein Unbekannter. Bereits 2004 war er schon einmal zu Gast. Damals warb er über der Metropole für einen bayerischen Autohersteller.

Beim Aussteigen heißt es noch einmal aufpassen. Die Passagiere gehen nacheinander mit kleinen Pausen aus der Kabine, während gleichzeitig Helfer entsprechenden Bleiballast unten im Rumpf anbringen, um den Zeppelin nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Denn trotz seiner enormen Größe wiegt er durch seine Heliumfüllung effektiv nur noch 400 Kilogramm.

Die Reisenden haben nun wieder festen Boden unter den Füßen. Eine bezaubernde Luftfahrt und gleichzeitig auch eine Zeitreise findet auf dem kleinen Prager Flugplatz ihren stilvollen Abschluss. Sie wird lange in Erinnerung bleiben.

 
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